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Miss Helvetia wagt den Spagat über den „Röschtigrabe“

Miss Helvetia - Röschtigrabe

Was die Schweiz kulinarisch mit Rösti verbindet, trennt sie sprachlich bisweilen als sprichwörtlicher „Röschtigrabe“. Genau mit dieser Grenze spielt Miss Helvetia auf ihrem neuen Album. Statt sie jedoch weiter zu vertiefen, möchte die Jodel-Künstlerin darüber hinweggehen – oder, wie es bei ihr durchaus wörtlich gemeint sein darf, gleich den Spagat darüber machen.

„Röschtigrabe“ heisst das neue Album und zugleich das neue Bühnenprogramm der Musikerin aus dem Berner Oberland. Im Mittelpunkt steht die Begegnung zwischen Deutschschweiz und Romandie, zwischen Tradition und Moderne und letztlich zwischen Menschen, die vielleicht unterschiedlicher wirken, als sie tatsächlich sind.

Jodel trifft auf neue Songs und zwei Sprachkulturen

Miss Helvetia ist im Diemtigtal aufgewachsen und hat das Verbinden unterschiedlicher musikalischer Welten längst zu einem Teil ihrer künstlerischen Identität gemacht. Nach zwei Jahren mit dem Programm „Volksmusig on the Rocks“ entwickelt sie diese Idee nun weiter.

Für „Röschtigrabe“ hat sie zahlreiche neue Songs selbst komponiert. Interessant ist dabei, dass der Jodel zwar weiterhin zu Miss Helvetia gehört, den eigentlichen Liedern diesmal aber bewusst mehr Platz eingeräumt wird. Damit verschiebt sich das Verhältnis zwischen traditionellem Element und moderner Songstruktur, ohne dass die Sängerin ihre musikalischen Wurzeln hinter sich lässt.

Der Albumtitel funktioniert deshalb auf mehreren Ebenen. Der „Röschtigrabe“ steht für die kulturelle und sprachliche Grenze zwischen der deutsch- und französischsprachigen Schweiz. Miss Helvetia macht daraus jedoch keine politische Abhandlung, sondern eine musikalische Spielwiese. Ihr Ansatz ist wesentlich unkomplizierter: Menschen zusammenbringen, Unterschiede mit Humor betrachten und zeigen, dass Tradition nicht an einer Sprachgrenze enden muss.

Auch auf der Bühne soll diese Leichtigkeit erhalten bleiben. Neben den neuen Liedern und dem Jodel gehören Geschichten und Anekdoten weiterhin fest zum Programm. Und selbst der angekündigte Spagat über den „Röschtigrabe“ bleibt nicht nur eine sprachliche Metapher – Miss Helvetia will ihn bei ihren Shows tatsächlich zelebrieren.

Nach „Volksmusig on the Rocks“ wirkt „Röschtigrabe“ damit wie eine konsequente Weiterentwicklung. Miss Helvetia versucht nicht, Schweizer Tradition für ein modernes Publikum komplett umzubauen. Sie nimmt vielmehr Bekanntes, kombiniert es mit eigenen Songs, Humor und ihrer Persönlichkeit und öffnet damit Türen zu anderen Generationen und Sprachregionen.

Die „Röschtigrabe“-Tour startet am 11. September 2026 in Waldkirch und führt Miss Helvetia unter anderem nach Courtételle, Boswil, Utzigen, Ebnat-Kappel, Dornach, Spiez, Düdingen, Cham, Sursee und Schönried. Weitere Termine folgen 2027 in Thun, Hochdorf und Neuhausen.

Mit „Röschtigrabe“ macht Miss Helvetia aus einer der bekanntesten innerschweizerischen Grenzen ausgerechnet einen Treffpunkt. Deutschschweiz trifft Westschweiz, Jodel trifft auf neue Songs und Tradition auf Moderne – manchmal braucht es eben keinen tiefen Graben, sondern nur jemanden, der den Spagat wagt.

Quelle: DasOffice