Die Tür kann noch so laut ins Schloss fallen – manche Beziehungen sind damit noch lange nicht beendet. Genau um diese hartnäckige Verbindung zwischen zwei Menschen geht es in Jörg Bauschs neuer Single «Mich kriegst du nie». Der Titel erzählt von einer Liebe, in der gestritten, provoziert und vermutlich mehr als einmal mit dem endgültigen Abschied gedroht wird. Nur funktioniert dieser Abschied offenbar nie so richtig.
Statt Herzschmerz in den Mittelpunkt zu stellen, betrachtet Jörg Bausch das Hin und Her mit Selbstbewusstsein und einer gehörigen Portion Trotz. Die Beziehung mag kompliziert sein, die Gefühle sind dafür ziemlich eindeutig.
Wenn selbst der Schlussstrich nicht lange hält
«Du kannst mich lieben, du kannst mich verfluchen» bringt den Gegensatz auf den Punkt. Nähe und Distanz liegen in dieser Geschichte dicht beieinander. Beide können sich gegenseitig auf die Palme bringen und versuchen, den anderen auf Abstand zu halten. Doch irgendwo funkt das Herz weiterhin sein «SOS».
Der entscheidende Satz folgt im Refrain: «Mich kriegst du nie im Leben wieder los». Was zunächst fast wie eine Kampfansage klingt, wird im Zusammenhang mit der Geschichte zu einem augenzwinkernden Liebesbekenntnis. Diese beiden Menschen haben offenbar längst einen Punkt erreicht, an dem ein einfaches «Das war’s» nicht mehr genügt.
Musikalisch und textlich bewegt sich Jörg Bausch damit in einem Terrain, das gut zu ihm passt. Statt komplizierter Bilder setzt er auf direkte Aussagen und einen Refrain, dessen zentrale Zeile bereits nach dem ersten Hören hängen bleibt. Das grosse Beziehungsdrama wird dabei nicht unnötig schwer gemacht. Trotz aller Machtspiele und Reibereien bleibt eine gewisse Leichtigkeit erhalten.
Gerade darin liegt die Stärke der Geschichte. «Mich kriegst du nie» romantisiert nicht die perfekte Beziehung, in der niemals gestritten wird. Der Song handelt vielmehr von zwei Menschen, die offensichtlich ihre Ecken und Kanten kennen – und trotzdem immer wieder feststellen, dass die Verbindung stärker ist als der nächste Streit.
Man kann gehen, sich ärgern und die Tür hinter sich zuschlagen. Man kann sich sogar fest vornehmen, dieses Mal wirklich nicht zurückzukommen. Doch manche Menschen haben sich längst so tief ins eigene Leben geschrieben, dass sie dort nicht mehr einfach verschwinden.
Oder, um es mit Jörg Bausch zu sagen: Man bekommt sie im Leben nicht mehr los.
Quelle: Hit-Pop Music






