Ein unerwartetes Wiedersehen, alte Gefühle und die Frage, ob die Liebe manchmal eine zweite Chance verdient: Mit ihrer neuen Single «Flashback in dein Herz» erzählt Ina Irgendwo eine Geschichte, die viele Menschen kennen dürften. Doch wie viel von der Sängerin selbst steckt in ihren Liedern? Im persönlichen Interview mit Schlager Nova spricht die Rostockerin über Erinnerungen, Herzensentscheidungen, ihre eigenen Erfahrungen und darüber, was sie im Leben über die Liebe gelernt hat.
Ina Irgendwo im Interview
Ina, in «Flashback in dein Herz» begegnet man plötzlich einem Menschen aus der Vergangenheit und schon sind alte Gefühle wieder da. Gab es in deinem eigenen Leben schon einmal eine Begegnung, die dich völlig unerwartet emotional zurückgeworfen hat?
Oh ja, so eine Begegnung gab es – allerdings mit einem anderen Ausgang als in meinem Song! Zwischen Anfang und Mitte zwanzig war ich unsterblich in einen Mann verliebt. Ich bin ihm wirklich hinterhergelaufen, aber irgendwie waren immer andere Frauen interessanter. Wir waren sogar kurz zusammen, doch selbst da hatte ich oft das Gefühl, für ihn Luft zu sein. Damals wollte ich das nicht wahrhaben, weil ich so verliebt war.
Erst als ich weggezogen bin, konnte ich ihn irgendwann loslassen. Und dann stand er ungefähr zehn Jahre später plötzlich vor mir: abends an einer Hotelbar im Heide Park. Die Szene hätte tatsächlich aus „Flashback in dein Herz“ stammen können! Auf einmal war er ganz angetan von mir, wollte meine Telefonnummer und unbedingt wieder Kontakt. Ich habe auf das grosse Herzklopfen gewartet – aber da war nichts. Ich habe mich eher gefragt: Was wollte ich damals eigentlich von ihm? Das war schon eine kleine Genugtuung. Und ich glaube, ein bisschen ärgert ihn das heute noch. 😊
Manchmal merkt man erst mit etwas Abstand, welche Bedeutung ein Mensch tatsächlich für einen hatte. Gibt es eine Entscheidung in deinem Liebesleben, die du heute mit deiner Lebenserfahrung vielleicht anders treffen würdest?
Ja, leider. Ich habe mich immer als eine starke Frau gesehen, die mit beiden Beinen im Leben steht. Trotzdem war ich einmal in einer Beziehung, in der ich psychisch sehr gelitten habe. Dieser Mensch hat mir irgendwann das Gefühl gegeben, ohne ihn nichts wert zu sein. Gleichzeitig war er für mich so wichtig, dass ich alles für ihn getan und meine eigenen Bedürfnisse völlig zurückgestellt habe.
Früher hätte ich selbst gesagt: „Mir passiert so etwas nicht.“ Heute weiss ich, wie schnell man in so eine Situation geraten kann und wie schwer es ist, wieder herauszukommen. Deshalb würde ich auch niemanden dafür verurteilen, dass er nicht einfach geht. Mit meiner heutigen Erfahrung würde ich meine Grenzen früher ernst nehmen. Vor allem würde ich mir selbst nicht mehr so lange einreden, dass ich nur noch mehr lieben und geben müsste, damit es endlich gut wird.
Dein neuer Song lässt offen, ob aus dem Wiedersehen eine zweite Liebeschance entsteht. Wie sieht es bei dir persönlich aus: Hörst du in Herzensangelegenheiten eher auf deinen Verstand oder lässt du dich auch einmal von deinen Gefühlen mitreissen?
Bei mir hat meistens erst einmal das Herz das Wort! Ich bin ein sehr gefühlvoller Mensch, würde am liebsten alle umarmen und wünsche mir immer, dass wir gut miteinander sind. Wenn ich jemanden mag, dann zeige ich das auch.
Mein Verstand kommt manchmal etwas später dazu – gelegentlich leider erst dann, wenn ich schon enttäuscht worden bin. Ich versuche inzwischen, ihm früher zuzuhören. Aber mich von meinen Gefühlen mitreissen zu lassen, gehört einfach zu mir. Ich möchte mir diese Offenheit auch bewahren, nur dabei ein bisschen besser auf mich aufpassen.
In deinen Liedern geht es immer wieder um Liebe, Enttäuschungen und Neuanfänge. Wie viel von der privaten Ina steckt tatsächlich in deinen Songs – und fällt es dir manchmal schwer, persönliche Gefühle öffentlich zu zeigen?
Da steckt sehr viel von mir drin. Meine Lieder erzählen von Gefühlen und Erfahrungen, die ich selbst kenne: Liebe, Enttäuschungen, Verluste, aber eben auch dieses Gefühl, nach einer schweren Zeit wieder aufzustehen.
Natürlich macht man sich verletzlich, wenn man so persönliche Gefühle zeigt. Über Musik fällt mir das aber leichter, weil ich darin ausdrücken kann, was mich bewegt. Wer mich kennt, weiss: Ich kann traurig sein und ich kann auch mal fallen, aber ich stehe wieder auf. Mein Lächeln bedeutet nicht, dass immer alles leicht war. Es gehört einfach zu mir und zu meiner Art, weiterzumachen. Vielleicht erkennen sich Menschen gerade deshalb in meinen Liedern wieder.
Abseits von Bühne, Musik und Öffentlichkeit: Was hat dich das Leben in den vergangenen Jahren über die Liebe und über dich selbst gelehrt? Und gibt es etwas, das du der jüngeren Ina heute gerne mit auf den Weg geben würdest?
Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, sich selbst vertrauen zu können und sich in einer Beziehung nicht zu verlieren. Kein Mann ist es wert, dass ich mich für ihn aufgebe oder so verbiege, bis von mir selbst kaum noch etwas übrig ist.
Der jüngeren Ina würde ich sagen: „Wenn dein Herz wehtut, dann darf es wehtun. Du musst nicht immer sofort stark sein. Aber lauf niemandem hinterher, der dich immer wieder abweist. Und wenn dir jemand das Blaue vom Himmel verspricht, schau auch darauf, wie er dich tatsächlich behandelt.“
Und einen kleinen Hinweis würde ich ihr natürlich noch mitgeben: „Entspann dich wegen deiner ersten grossen Liebe. Irgendwann steht er im Heide Park vor dir und möchte unbedingt deine Telefonnummer – und du willst sie ihm gar nicht mehr geben!“ 😊
Mit «Flashback in dein Herz» zeigt Ina Irgendwo, dass manche Gefühle auch nach langer Zeit nicht einfach verschwinden. Im Gespräch mit Schlager Nova wird deutlich, wie eng Musik, persönliche Erfahrungen und die eigenen Vorstellungen von Liebe miteinander verbunden sein können. Ihre neue Single ist seit dem 16. Oktober 2026 erhältlich.






