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Fünf besondere Konzertmomente: Michael von der Heide veröffentlicht seine Knef-Live-EP

Michael von der Heide singt Knef (Live-EP)

30 Grad im Schatten, ein Trompetensolo am Zürichsee und fünf Lieder, die auf der Bühne ein neues Eigenleben entwickelt haben: Michael von der Heide setzt seine musikalische Auseinandersetzung mit Hildegard Knef fort. Nach dem Studioalbum «von der Heide singt Knef» erscheint nun eine Live-EP, die besondere Momente der bisherigen Tournee festhält.

Dass von der Heide ausgerechnet bei Knef immer wieder musikalisch landet, überrascht kaum. Beide verbindet ein Faible für scharfe Beobachtungen, Sprachwitz und jene Art von Humor, die auch den ernsteren Seiten des Lebens noch etwas abgewinnen kann. Schon seit Beginn seiner Karriere interpretiert der Schweizer Sänger immer wieder Lieder der deutschen Chanson-Ikone.

Fünf Live-Momente statt einer Wiederholung des Studioalbums

Im vergangenen Jahr erschien das Studioalbum «von der Heide singt Knef» und erreichte Platz 4 der Schweizer Vinyl-Charts. Rund um den 100. Geburtstag Hildegard Knefs – sie wäre am 28. Dezember 2025 hundert Jahre alt geworden – führte Michael von der Heide das Projekt auf die Bühne. Seit September 2025 ist er mit dem gleichnamigen Konzertprogramm unterwegs.

Die neue EP dokumentiert nun fünf Aufnahmen aus der ersten Phase dieser Tournee. Sie beginnt mit «Ich zieh mich an und langsam aus», gefolgt von «Illusionen» und «Die Herren dieser Welt». Danach folgen «Die Welt ging unter am Zürichsee» und mit «Für mich soll’s rote Rosen regnen» einer der bekanntesten Knef-Titel.

Interessant ist, dass die EP nicht einfach Live-Versionen sämtlicher bereits auf dem Studioalbum vorhandener Stücke liefert. «Illusionen» nahm von der Heide auf vielfachen Wunsch seines Publikums erstmals für dieses Projekt auf. Auch «Die Herren dieser Welt» gehört zu den neu hinzugekommenen Interpretationen.

Einen besonders ungewöhnlichen Konzertmoment hält «Die Welt ging unter am Zürichsee» fest. Bei 30 Grad im Schatten entstand eine Version, die zusätzlich vom Trompetensolo von Lukas Thoeni geprägt wird. Gerade solche nicht vollständig planbaren Augenblicke erklären, weshalb eine Live-Veröffentlichung mehr sein kann als lediglich die Bühnenfassung eines bestehenden Albums.

Knef bleibt Knef – von der Heide bleibt von der Heide

Die grosse Herausforderung eines solchen Projekts liegt ohnehin darin, bekannte Lieder nicht einfach zu kopieren. Hildegard Knefs Texte funktionieren bis heute aufgrund ihrer präzisen Beobachtungen: gescheit und lakonisch, gelegentlich bissig, selbstironisch und melancholisch, dabei aber selten hoffnungslos.

Eine Zeile wie «Das Glück kennt nur Minuten – der Rest ist Warteraum» benötigt deshalb keinen Versuch, Knef möglichst originalgetreu nachzuahmen. Von der Heide nähert sich ihrem Repertoire mit seiner eigenen musikalischen Persönlichkeit und führt damit fort, was bereits das Studioalbum ausgezeichnet hat.

Auf der Bühne wird er von David Cogliatti am Piano, Martin Buess an der Gitarre, André Pousaz am Bass und Beni Bürgin am Schlagzeug begleitet. Die eingespielte Band gibt den bekannten Liedern den musikalischen Rahmen, in dem von der Heide mit Texten, Pointen und Stimmungen arbeiten kann.

Die Live-EP erzählt das Projekt deshalb konsequent weiter. Sie ist weniger ein Nachschlag zum Studioalbum als eine Momentaufnahme davon, was mit diesen Liedern passiert, sobald Publikum, Raum und spontane Konzertmomente hinzukommen.

Und natürlich endet ein Abend mit Knef beinahe zwangsläufig bei den roten Rosen. Bei Michael von der Heide regnen sie dieses Mal nicht nur für ihn – sondern für ein ganzes Publikum.

Die Live-EP «Michael von der Heide singt Knef» erscheint am 02.10.2026.

Quelle: Damenbart