Sich Hals über Kopf zu verlieben, klingt romantisch. Bis man merkt, dass plötzlich jeder vernünftige Gedanke Pause macht. Natalie Lament beschreibt in ihrer neuen Single „Man sollte mich…“ genau diesen Zustand: den Moment, in dem ein Mensch so wichtig wird, dass man sich den eigenen Gefühlen kaum noch entziehen kann.
Für die 30-jährige Sängerin aus Lutherstadt Wittenberg, die heute in Leipzig lebt, ist der Titel auch persönlich ein besonderer Schritt. Erstmals war sie nicht ausschliesslich Interpretin eines Songs, sondern wirkte selbst am Text und an der Musik mit. „Man sollte mich…“ trägt damit stärker als bisher ihre eigene Handschrift.
Verliebt ohne Sicherheitsnetz
Im Mittelpunkt steht jene erste Phase einer Liebe, in der Vorsicht meistens wenig Chancen hat. Eine Begegnung verändert plötzlich alles, aus Interesse wird Verliebtheit und irgendwann lässt man sich einfach fallen.
Kein Plan, kein Sicherheitsnetz – und möglicherweise auch kein besonders vernünftiger Gedanke mehr.
Natalie Lament greift dieses Gefühl mit der Aussage „Man sollte mich einsperren“ auf. Natürlich ist das nicht wörtlich gemeint. Vielmehr wird daraus ein Bild für einen emotionalen Ausnahmezustand: Wer sich dieser Liebe einmal vollständig hingegeben hat, kommt so schnell nicht wieder davon.
Gerade diese Übertreibung gibt dem Song seinen eigenen Charakter. Statt nur davon zu erzählen, wie schön Verliebtsein ist, beschreibt Natalie auch die beinahe irrationale Seite grosser Gefühle. Plötzlich kreisen Gedanken ständig um denselben Menschen, Nähe wird zum Bedürfnis und aus einem zunächst harmlosen Flirt kann innerhalb kürzester Zeit eine ziemlich intensive Angelegenheit werden.
Dass Natalie diesmal selbst am Songwriting beteiligt war, verleiht dieser Geschichte zusätzliche Bedeutung. Nach bisherigen Veröffentlichungen interpretiert sie nicht nur eine vorgegebene Erzählung, sondern gestaltet selbst mit, wie sie musikalisch über Liebe und Gefühle sprechen möchte.
Der Sound bleibt dabei im modernen Schlager zuhause. Eingängige Melodien treffen auf eine zeitgemässe Produktion und Natalies klare Stimme. Der persönliche Text steht deutlich im Mittelpunkt, ohne dass daraus eine schwere Ballade werden muss.
Auch ausserhalb des Tonstudios ist Natalie Lament inzwischen auf mehreren Ebenen präsent. Neben ihrer Tätigkeit als Sängerin moderiert sie beim Fernsehsender Melodie TV. Gleichzeitig bleibt sie mit ihren Bühnenprogrammen live unterwegs.
Mit „Schlagergefühle unterwegs“ präsentiert sie zudem ein eigenes Format. Gemeinsam mit Jens Seidler steht sie ausserdem für das neue Showkonzept „Schlager und Flair“ auf der Bühne.
„Man sollte mich…“ markiert dennoch eine interessante Entwicklung ihrer musikalischen Laufbahn. Denn selbst an einem Song mitzuschreiben bedeutet auch, mehr von der eigenen Persönlichkeit preiszugeben.
Und vielleicht ist Verliebtsein tatsächlich ein kleiner Ausnahmezustand.
Einsperren muss man Natalie Lament deshalb wohl nicht.
Aber gegen grosse Gefühle gibt es bekanntlich ohnehin keine besonders zuverlässige Sicherung.
Quelle: YOYOMEDIA






